Tempel in Jerusalem zur Zeit Jesu

Tempel in Jerusalem

Maßstab 1: 400, 15,5 Bogen
55 cm lang, 29 cm breit, 16 cm hoch
mittelschwer

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Der Tempel in Jerusalem zur Zeit Jesu

Den ersten Tempel in Jerusalem hatte König Salomo gebaut. Ihn zerstörten die Babylonier, als sie Jerusalem eroberten und einen Teil der Bevölkerung nach Babylonien verschleppten. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat erlaubten die nun herrschenden Perser den Wiederaufbau des Tempels. Dieser „zweite Tempel„ konnte 515 fertiggestellt werden. Er stand auf demselben Platz wie der Tempel Salomos. Jahrhunderte später baute König Herodes (73-4 v. Chr.) den Tempel um, verschönerte und vergrößerte die ganze Tempelanlage auf eine Fläche von 500 x 300 Metern. Gewaltige Erdmassen wurden aufgeschüttet. Die Vorhöfe wurden terrassenförmig angelegt, sodass das Tempelgebäude genau in der Mitte stand und noch erhabener wirkte. Nach einem Bericht des römischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus war das Tempelgebäude 45-50 Meter lang und 54-60 Meter hoch. Er bezeichnete den Tempel in Jerusalem als „eines der großartigsten Bauwerke, von denen man je gehört hat„ (Flavius Josephus: Jüdische Altertümer).
An der Nordwestseite des Tempelgeländes befand sich die Burg Baris aus der Makkabäerzeit, die von Herodes ausgebaut und in „Burg Antonia„ umbenannt wurde. Von hier aus konnten die römischen Soldaten den Tempel überwachen (Die Bibel, Apostelgeschichte 21, 27-40). Der Haupteingang im Westen des Tempels führte in den Vorhof der Heiden, der ringsum von Säulengalerien umgeben war. Hier befanden sich auch die Hallen, in denen gelehrt und Handel betrieben wurde. Mitten im Vorhof der Heiden befand sich der eigentliche Tempelbezirk, den das Modell wiedergibt. Dieser war etwas höher gelegen und durch neun Tore zugänglich. Das prächtigste Tor wurde „Schöne Pforte„ genannt. Den Tempelbezirk durften nur Juden betreten. Allen Andersgläubigen war der Zutritt zum Tempelbezirk bei Todesstrafe verboten. Darüber wird in der Bibel zum Beispiel in der Apostelgeschichte berichtet. Bei Ausgrabungen wurden Steine mit Inschriften gefunden, die auf die Todesstrafe hinwiesen.
Der eigentliche Tempelbezirk gliederte sich in drei weitere Vorhöfe. Der erste Vorhof war für die Frauen zugänglich. Der angrenzende Vorhof der Israeliten war den Männern vorbehalten. Den dritten Vorhof durften nur die Priester betreten. In diesem Vorhof der Priester wurden auf einem neun Meter langen Brandopferaltar geschlachtete Rinder, Ziegen, Schafe und Tauben verbrannt. Daneben standen sechs Kesselwagen mit Wasser zum Säubern des Opferfleischs und ein großes Wasserbecken aus Bronze, 4,50 Meter im Durchmesser, mit 75.000 Liter Fassungsvermögen, das von zwölf Rinderfiguren aus Bronze getragen wurde.
Den Tempel durften nur Priester betreten. Durch den offenen Eingang kamen sie in die Priestervorhalle und durch eine große Tür ins Heilige. Dort standen der große siebenarmige Leuchter aus Gold und der Schaubrottisch, auf dem jede Woche am Sabbat, dem Feiertag der Juden, zweimal sechs Brote aufeinandergelegt wurden. Auf dem Räucheraltar verbrannte ein Priester morgens und abends stark duftende Kräuter. Vom Heiligen durch einen Vorhang abgetrennt war das Allerheiligste. Nur der Hohepriester durfte einmal im Jahr am Versöhnungstag (Jom Kippur) in diesen Raum. Das Allerheiligste war völlig dunkel und leer. Hier hätte die Bundeslade stehen sollen, in der die Steintafeln mit den zehn Geboten lagen. Die Bundeslade war jedoch verschwunden, seit der Tempel Salomos im Jahr 586 v. Chr. zerstört war. Das Allerheiligste galt als der Ort, an dem Gott unter seinem Volk war. Der Vorhang stand als Symbol für die Trennung zwischen Gott und den Menschen. Laut der Bibel (Matthäus 27, 51) zerriss der Vorhang, als Jesus am Kreuz starb. Nach christlichem Glauben ist das Zerreißen des Vorhangs ein Zeichen für die Aufhebung dieser Trennung.
Der weiße Tempel war reich mit Gold und kostbaren Steinen verziert. Die Bibel berichtet im Neuen Testament, wie Jesus von seinen Jüngern auf die Schönheit des Gebäudes hingewiesen wurde. Daraufhin prophezeite er, dass von diesem Gebäude kein Stein auf dem anderen bleiben würde. Tatsächlich wurde der Tempel im Jahr 70 n. Chr. durch die Römer zerstört. Die Schätze im Tempel einschließlich des siebenarmigen Leuchters nahmen sie mit nach Rom. Die Tempelfundamente blieben an der Westseite erhalten. Sie bilden die sogenannte Klagemauer, an der die frommen Juden zu Gott beten und bis heute über ihren zerstörten Tempel klagen. Heute befinden sich auf dem Tempelberg zwei Heiligtümer der Muslime: der Felsendom mit seiner weithin sichtbaren goldenen Kuppel und die Al-Aqsa-Moschee.

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